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Der Erste Eindruck beim Bewerbungsgespräch – worauf Personaler und Filialleiter achten sollten

Veröffentlicht am 23.11.2018

Bewerbungsgespräche werden im Netz nur von einer Seite behandelt. Nämlich von der Seite der Bewerber. Allerdings muss der Personaler genauso richtige Entscheidungen treffen, wie der Bewerber. Die folgende Geschichte beschäftigt sich mit der falschen Entscheidung des Personalers, wie sie zustande kommt und wie sie zu vermeiden ist.

Als Filialleiter einer Nachhilfe-/Sprachschule ist es meine Aufgabe Bewerbungsgespräche zu führen. Einerseits um die Filiale auf unvorhersehbare Engpässe vorzubereiten und andererseits um den stärker werdenden Andrang von Kunden zu bewältigen.

Wer im Personalwesen arbeitet, weiß wie unterschiedlich Bewerbungen aussehen können. Angefangen bei Kurzbewerbungen, wie

„Ich möchte mich bei Ihnen bewerben. <Adresse> <Telefonnummer> <Mailadresse>“

bis hin zu ganzen Romanen.

Wenn du diese Leute persönlich kennenlernst unterscheidet sich das oft komplett von der Bewerbung, die man bekommen hat.

Eins dieser Erlebnisse verlief wie folgt.

Ich habe einen Nachhilfelehrer für verschiedene Fächer gesucht. Ein Bewerber stach besonders hervor, da er viele Fächer abdeckt. Ich bezweifle, dass jemand viel gut kann. Das widerspricht dem statistischen Mittel. Es wird immer Ausnahmen geben, aber das sind Einzelfälle. Da meine Vorgesetzte darauf bestand, (weil viel = gut) habe ich ihn eingeladen.

Ein kurzes Telefonat, ein Termin und er kam vorbei.
In dem Moment als er durch die Tür trat, stand vor mir ein Idiot. Warum schreibe ich das? Naja, stell dir vor deinem inneren Auge einen Idioten vor, dann siehst du diesen Typen: Zahnlücke, struppiges Haar, ein leicht dümmlicher Blick. Jetzt schlucke ich, weil ich im ersten Moment, weiß, dass meine Gedanken sein Schicksal besiegelt haben. Dieser Typ würde bei mir keine große Chance bekommen. Wie kann ich ihm also die Chance geben, die er verdient. Ich erinnere mich an die Seminare aus meinem MBA und an Daniel Kahneman „Schnelles Denken, Langsames Denken“.

Schnelles Denken, Langsames Denken

Kahneman führt aus, dass unser Denken aus zwei Ebenen besteht. Dem schnellen, intuitiven Denken und dem langsamen, logischen Denken. Das Problem wurde in dem Buch behandelt. Ich nutzte also den Rat aus dem Buch: Ersten Gedanken akzeptieren und beiseitelegen und das langsame Denken ab hier übernehmen lassen. Während des Bewerbungsgesprächs stellte sich heraus, dass dieser Typ vielversprechender ist als sein erster Eindruck. Ich wollte ihm eine Chance geben.

Als er ging kam meine Vorgesetzte auf mich zu und sagte: „Was war das denn für ein Idiot? Nicht sehr vielversprechend. Den brauchen wir nicht.“

Plötzlich war ich froh, dass ich menschlich gehandelt hatte und diesem Typ eine Chance gegeben habe, statt ihn subjektiv auf Grund seines Äußeren zu verurteilen.

Egal wie hart der erste Eindruck ist, wenn du diesen Eindruck akzeptierst, ist es leichter sich eines Besseren belehren zu lassen.

 

Zum Nachlesen Kahnemanns „Schnelles Denken, Langsames Denken“:

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